Hallenturnier

„Sport kennt keine Grenzen” – 8. November 2008

 

Black LöwenIst Integration durch Sport möglich? Diese Frage wurde in einem Schreiben aus dem Staatssekretariat für Sport gestellt – und beantwortet: Sport ist kein Integrationsinstrument! Aber er birgt breite integrierende Potenziale in sich. Wo sich Menschen treffen und gemeinsam Spaß haben, da erfolgt Annäherung, verschwindet Angst vor Berührung, reduzieren sich Distanzen zwischen Individuen und öffnen sich Wege zu Dialogen. Das gilt für Freundschaftsspiele, für internationale Turniere und ebenso für Benefizveranstaltungen.

Das Prinzip des vom Kulturverein Jonathan Bazar organisierten „Challenge Bolimo 2008”, das im September stattgefunden hat, wird vom Integrationsbeirat Traun in Kooperation mit Mosaik Traun und der Stadtgemeinde Traun als Motor und Motto für das jüngste internationale Hallen-Fußballturnier (wie sie schon seit mehr als drei Jahren organisiert werden) angesehen, das unter dem Motto „Sport kennt keine Grenzen” stattfand. Erfreulich, dass in der Halle zehn Fußballmannschaften empfangen werden konnten. Es war ein echtes Mosaik aus Farben und Sprachen. Folgende Teams traten gegeneinander an: Kosovo Linz, Amateure Traun, Trauner Psycho Chickens, Bosna Linz, Black Löwen (Bild oben), Volkshilfe Blütenstraße, Kulturverein Traun, X-Treff. Traun 54, SOS Torpedos und Mevlana Traun.

Black Löwen 2. PlatzAlle Teilnehmer jagten das runde Leder nach gemeinsam festgelegten Regeln und Musterverhalten. Das führte zu einem erfreulichen Verlauf des Turniers: Es gab keine Schäden, weder menschliche noch an Sachen. Das Endergebnis reflektierte die erwartete Spannung zwischen den Black Löwen und Bosna Linz: Sieger wurde wieder Bosna Linz, und zwar mit einem deutlichen 5:3. Die Black Löwen bekamen einen Pokal für den
2. Platz (Bild rechts).

Aber der größte Sieger war der Geist der Veranstaltung: Das Ziel, Freundschaft und Kontakte zwischen den verschiedenen Völkergruppen zu fördern, machte weitere Fortschritte und trägt dazu bei, den Integrationsprozess zu festigen. Aber es bleibt noch viel zu tun: So schafften es die Organisatoren der Turniere bisher nicht, diese Veranstaltungen zu Massenveranstaltungen zu machen. Es geht ja nicht nur darum, möglichst viele Spieler zusammen zu bringen, sondern auch dieses Konzept möglichst vielen Menschen näher zu bringen und sie zu motivieren. Möglichst viele Menschen sollen verstehen, warum diese Veranstaltungen überhaupt organisiert und warum Kosten getragen werden. Und warum man bereit wäre, die Last der Organisation weiter zu tragen. Sollte das geschafft werden, dann hätte das Projekt an Bedeutung gewonnen.

Was den Kulturverein Jonathan Bazar betrifft, war die Organisation des internationalen Hallen-Fußballturniers eine gelungene Operation, weil die Spieler der Black Löwen eine weitere Gelegenheit hatten, zueinander zu finden. Damit beginnen die Black Löwen eine neue Phase der Umstrukturierung und Orientierung. Ziel ist die Eingliederung in eine der österreichischen Fußballverbände (DSG, ASKÖ etc.). Der Verein soll für die Mitglieder der Black Löwen eine Heimat sein, in der sich Spieler und Betreuer gegenseitig Halt geben. Und das gelingt erst, wenn verschiedene Akteure sich einander die Hand reichen und auf ein gemeinsames Ziel blicken.

 

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